Das Magazin für die Probstei und das Kieler Ostufer

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"Gutes tun ist leicht – wenn viele helfen."

Zu Besuch im SOS-Kinderdorf

Kindern eine Zukunft geben – das ist sinnvolles Tun“, sagt Barbara Gonnermann. Es ist erst wenige Wochen her, dass sie ihr verantwortungsvolles Amt als Leiterin des SOS-Kinderdorf Schleswig-Holstein angetreten hat. Zuvor war sie lange Zeit in der Diakonie tätig, verantwortete Arbeitsfelder der ambulanten Jugendhilfe und soziale Beratungsstellen. Die professionelle Haltung, die ihr neuer Posten erfordert, hat sie sich über jahrelange Berufserfahrung erarbeitet. „Das gelingt mal gut, mal weniger gut.“ räumt Barbara Gonnermann ein, „Einen gesunden Mix aus Nähe und Distanz für sich zu schaffen, ist ebenso wichtig wie schwierig.“ Denn ein SOS-Kinderdorf zu führen, bedeutet nicht nur zu „leiten“, sondern in erster Linie „aktiv mitzuwirken“, das ist die besondere Qualität für die Kinder und Jugendlichen und Garant für den Erfolg dieser bemerkenswerten Form der Jugendhilfe.

Das SOS-Kinderdorf liegt am Rande Lütjenburgs – ein Dorf, eingebettet in die Gemeinschaft dieser Kleinstadt. Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, finden hier Geborgenheit und Verständnis, finden ein neues Zuhause. Ihren Alltag begleiten Erwachsene, auf die sie sich verlassen können und die jedes einzelne Kind in seinem „so-bin-ich“ akzeptieren und ernst nehmen. Barbara Gonnermann erklärt, was das Besondere des SOS-Kinderdorfes ist und was diese Einrichtung von einem klassischen Heim unterscheidet: „Unsere Erziehungsleistung besteht im Verbund, in dem Prinzip des Gemeinwesens durch Aufbau und Pflege von menschlichen Beziehungen und in der sowohl ganzheitlichen, als auch langjährigen Betreuung. Dieser Ort ist für die Mitarbeiter nicht nur Arbeitsstätte, sondern Lebensraum.“

Hasko Facklam, seit 11 Jahren Bereichsleiter, ist für das Kernstück der Gemeinschaft zuständig: die Kinderdorffamilien. Hier leben jeweils fünf bis sechs Kinder mit ihrer Kinderdorfmutter in einem kleinen Einfamilienhaus zusammen, besuchen den Kindergarten, die Schule oder machen eine Ausbildung. Jedem Kind bietet sich die Möglichkeit, so lange zu bleiben, bis es schließlich auf eigenen Beinen steht. „Begonnen hat man damals hier mit vier Häusern“, erzählt Hasko Facklam, „heute gehören 12 zu unserer Dorfgemeinschaft. Im kommenden Jahr feiert dieses pädagogische Modell 40-jähriges Jubiläum!“ Die zahlreichen ergänzenden Angebote des SOS-Kinderdorfes – Familienhilfen, Kindertagesstätte, Kinder- und Jugendhaus, schulbezogene Jugendsozialarbeit, Ausbildung im hauswirtschaftlichen Bereich sowie heilpädagogische und therapeutische Leistungen – haben sich über die Jahre hinweg aus dem Bedarf entwickelt. „Ein abgeschlossenes  Leistungsspektrum gibt es nicht. Denn so vielschichtig die Probleme der einzelnen Kinder sind, so unterschiedlich sind die Angebote.“
18 Uhr: Abendessen. Erzieher Henning Bautz übernimmt heute die Kleinkindbetreuung für Mike, Maurice und Jeremy. Alle sitzen gemeinsam an einem Tisch; es wird Knäckebrot geknuspert und gekichert. „Heute waren wir im Wald“, erzählt Mike, „und für morgen ist etwas ganz Tolles geplant, aber das bleibt eine Überraschung.“ Der quirlige Jeremy wohnt in einem der Nachbarhäuser und ist heute zu Besuch gekommen: „Erst Abendbrot, dann Sandmännchen gucken.“ Und der kleine Maurice? Ein Gentleman genießt und schweigt.

Sie ist spürbar, die Vertrautheit und Harmonie. Die Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfes transportieren die hohe pädagogische Verantwortung über die kleinen und kleinsten Dorfbewohner durch Zuneigung und Zuverlässigkeit – in Krisensituationen wie im alltäglichen Leben. So lernen die Kinder, sich und anderen (wieder) zu vertrauen und ebnen sich mit Hilfe der Gemeinschaft selbst den Weg in eine unbeschwerte Zukunft.

Schon ab 26 Euro im Monat können Sie Pate einer SOS-Gemeinschaft werden.

Näheres unter www.sos-kd-schleswig-holstein.de

Auf zu neuen Ufern!

 

Die Fachhochschule in Neumühlen-Dietrichsdorf zählt 6000 Studierende. Im Mediendom der FH arbeitet man federführend in Europa im Bereich immersiver Medien, bei denen der Unterschied zwischen Realitiät und Simulation verschmilzt.  magz sprach mit dem Leiter des Mediendoms, Eduard Thomas, über Beziehungen zu Kiel und der Probstei, über Ansichten, Aussichten und Zuversichten.

 

magz: Auf der Internetseite des Mediendoms Kiel findet sich das Zitat „Der Mensch steckt im Herzen – nicht im Kopf“. Warum gerade dieses Zitat?
Eduard Thomas: Wir haben mit der Kuppel im Mediendom die Möglichkeit, die Herzen der Menschen zu erreichen, indem wir an eine emotionale Wirkung anknüpfen. Wir zeigen die Dinge, indem wir mittendrin sind. Wir erleben, wie wir durchs Weltall gleiten oder in die Tiefsee tauchen. Wir überraschen unsere Besucher mit einer virtuellen Authentizität und erreichen so ihre Seelen. Wir führen sie an Orte, wo das Denken zurücktritt. Früher sahen wir in den Planetarien und Kuppeln Sternenbilder, heute werden per Computer in der Kuppel Filme animiert, in denen wir mittendrin sind – es handelt sich dabei um eine digitale Revolution.

magz: Die Technologie, mit der Sie im Mediendom arbeiten, gehört mit zu den besten und zukunftsweisendsten, die es im Bereich der immersiven Medien gibt, d.h. der Medien, bei denen der Unterschied zwischen Realität und Simulation verschmilzt.
Eduard Thomas: Als wir 2003 unsere Kuppel im Mediendom bauten und mit der neusten Technologie bestückten, gehörten wir zu den ersten in Europa. Wir haben an der nächsten Generation der Technologie selber mitentwickelt, so dass wir die Kompetenzen für die Technik und die Medienproduktion aufgebaut haben und aufbauen.

magz: Das heißt, Sie produzieren auch selber immersive Filme an der FH?
Eduard Thomas: Ja, wir bilden unsere Studierenden auch in diesem Bereich aus. So wurden Produktionen wie „Orchideen – Wunder der Evolution“, „Augen im All – Vorstoß ins unsichtbare Universum“ oder auch die neueste Produktion „students nightlife“ von uns komplett selbst produziert und teilweise mit Preisen ausgezeichnet. Man kann auch sagen, dass wir unsere virtuellen Schiffe in Kuppeln um die Welt schicken – hier vom Ostufer aus!

magz: In der letzten eigenen Produktion „students nightlife“ lassen Sie spektakulär den Kieler Rathausturm durchstarten und am Ostufer auf dem Gelände der Fachhochschule Kiel landen....
Eduard Thomas:  Das hat sicher Symbolkraft, dass wir den Turm von West nach Ost holen. Wir sind da sehr pragmatisch. Immerhin stand er 99 Jahre auf dem Westufer. Wir können das Wahrzeichen von Kiel am gesamten Ostufer und auch in Dietrichsdorf gut gebrauchen – deshalb ist der Rathausturm unterwegs.  – Und: Wir geben ihn auch zurück, wenn man am Westufer gemerkt hat, dass wir auch da sind.

magz: Ist denn die Fachhochschule selber im Stadtteil Neumühlen-Dietrichsdorf – zwischen dem Kieler Westufer und der Probstei – angekommen?
Eduard Thomas:  Ich würde es eher so sagen: Wir sind noch nicht da, wo wir sein möchten. Als 2003 alle Fachrichtungen der FH hier in Neumühlen-Dietrichsdorf ihr Zuhause fanden, war das Ziel, eine Stadtteilhochschule zu schaffen. Es wurde auch nach einer Attraktivität gesucht, die die Menschen hierher zieht. Außerdem sind wir eine praxisnahe Hochschule und müssen sehen, wie wir wirken. Aber so eine Stadtteilentwicklung dauert 30 Jahre - wir brauchen noch Zeit. Aber auch für uns ist zum Beispiel die Annäherung an die Probstei ein langer Weg. Wir möchten gerne, dass die Menschen aus Probsteierhagen oder Laboe als kulturellen Fixpunkt zuerst den Mediendom und vielleicht dann die Kunsthalle im Blick haben. Wir haben mit 14 Partnern den Arbeitskreis „Schwentinetal erleben“ gegründet, um uns stärker zu positionieren. Z.B. mit dem entstehenden Computermuseum, dem Gießereimuseum oder dem Bunker D ist hier viel an Kulturangebot entstanden, das Menschen aus dem Umland und aus Kiel immer noch viel zu wenig wahrnehmen.

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